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Am Dorfplatz, Lotzwil
Jahresbericht des Heimleiters
2009 - das 21. Betriebsjahr unserer Institution. Ein erfreuliches Jahr, sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch im allgemeinen Heimgeschehen. Bestimmte Zahlen zeigen deutlich den Wandel vom Altersheim zum Pflegeheim.
Baulich konnte der Wintergarten - unser Jubiläumswunsch - realisiert werden. Nachdem die Bauarbeiten vor Wintereinbruch abgeschlossen wurden, war der Innenausbau bis Weihnachten soweit vorangeschritten, dass die Heimweihnacht am 23. Dezember erstmals auch im Wintergarten gefeiert werden konnte.
Heimbewohner
Der bereits angesprochene Wandel vom herkömmlichen Altersheim hin zur Pflegeinstitution hat sich im Berichtsjahr deutlich fortgesetzt. Die betagten Menschen treten sehr spät ein: Die Heimeintritte erfolgten zum größten Teil direkt aus dem Spital, aus einer anderen Institution oder im letzten Moment als Notfall von zu Hause. Entsprechend hoch war die Zahl der Todesfälle und im direkten Zusammenhang auch die Neueintritte. Dieser Wandel stellt alle Betriebsbereiche vor zusätzliche Herausforderungen. Angefangen beim Pflegedienst, wo die Endphase des Lebens mit besonderer Fürsorglichkeit begleitet wird, hin zur Verpflegung wo angepasste Kostformen zubereitet und angeboten werden, bis hin zur Administration wo Ein- und Austrittsformalitäten zu bearbeiten sind und schließlich zum Hausdienst wo der Aufwand für die Zimmergrundreinigungen und Instandstellungsarbeiten nicht zu unterschätzen ist.
Traditionsgemäß wurde bis 2008 im Frühjahr und Herbst je ein Heimausmit allen Heimbewohnern unternommen.
Aufgrund der hohen Betreuungs- und Pflegebedürftigkeit haben wir uns anstelle dieser Carfahrten auf kurze Ausflüge mit unserem Heimauto oder mit dem Pferdefuhrwerk entschieden. Die Teilnehmer waren für die individuellen, stressfreien und situationsgerechten Fahrten, natürlich mit Zvierihalt, sehr dankbar.
Vom 20. bis 25. April fand eine Ferienwoche in Bönigen am Brienzersee statt. Elf Heimbewohner verbrachten mit ihren Begleitern abwechslungsreiche Tage im Seehotel La Terrasse.
Die Heimplätze im Alterszentrum waren zu 97% belegt. Ausfälle gab es lediglich infolge Zimmerwechsel. Im Berichtsjahr waren in der gesamten Institution -Altersheim, Pflegewohnung Lotzwil und Pflegewohngruppe Madiswil- insgesamt 40 Zimmerwechsel wegen Todesfällen zu verzeichnen, was in dieser Anzahl seit dem Bestehen des Heimes nie vorgekommen ist. 16 Bewohner, 12 von ihnen waren direkt aus dem Spital oder aus einer anderen Institution eingetreten, sind bereits im Eintrittsjahr verstorben, auch für uns eine neue Erfahrung. Natürlich verkürzt sich mit dem häufigen Wechsel auch die Aufenthaltsdauer je Heimbewohner drastisch.
Die Warteliste umfasst nach wie vor etwas über 300 Anmeldungen. Nachdem bereits im Vorjahr wegen fehlender Bewerber aus dem Verbandsgebiet drei auswärtige Personen ins Heim aufgenommen werden konnten, setzte sich dieser Trend in diesem Jahr fort. Ende Jahr wohnten elf Betagte aus angrenzenden Gemeinden im Heim.
Nachstehende Zahlen dokumentieren die Einreihung der Bewohner in die verschiedenen Pflegestufen. Der Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass eine leichte Verschiebung zu höheren Pflegstufen erfolgt ist.
Pflegestufen nach BESA |
Anz. Bewohner |
Anz. Bewohner |
Anz. Bewohner |
Anz. Bewohner |
||
Stufe 0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
||
Stufe 1 |
15 |
16 |
17 |
10 |
||
Stufe 2 |
17 |
14 |
14 |
17 |
||
Stufe 3 |
5 |
3 |
8 |
6 |
||
Stufe 4 |
11 |
15 |
13 |
12 |
||
Stufe 5 |
10 |
8 |
7 |
4 |
||
Stufe 6 |
3 |
4 |
3 |
3 |
||
Stufe 7 |
1 |
1 |
1 |
1 |
||
Stufe 8 |
0 |
0 |
0 |
0 |
||
Ferienzimmer |
2 |
2 |
1 |
1 |
||
Leerstand |
0 |
1 |
0 |
0 |
||
Total |
64 |
64 |
64 |
54 |
||
Die Pensions- und Pflegetaxen mussten im Jahre 2009 um durchschnittlich 8% angehoben werden. Nachstehende Tabelle enthält die Tagestarife |
||||||
Pflegestufe |
Pflegetaxen |
Beitrag |
Selbstkosten HB |
* HT Kt. |
||
Alters- |
Pflege-wohnung |
Alters- |
Pflege-wohnung |
|||
Stufe 0 |
101.00 |
125.00 |
0 |
101.00 |
125.00 |
115.00 |
Stufe 1 |
126.00 |
151.00 |
17.35 |
108.65 |
133.65 |
145.50 |
Stufe 2 |
151.00 |
177.00 |
34.70 |
116.30 |
142.30 |
176.00 |
Stufe 3 |
176.00 |
203.00 |
52.05 |
123.95 |
150.95 |
206.50 |
Stufe 4 |
201.00 |
229.00 |
69.40 |
131.60 |
159.60 |
237.00 |
Stufe 5 |
226.00 |
255.00 |
76.30 |
149.70 |
178.70 |
267.50 |
Stufe 6 |
251.00 |
281.00 |
91.55 |
159.45 |
189.45 |
298.00 |
Stufe 7 |
276.00 |
307.00 |
106.80 |
169.20 |
200.20 |
328.00 |
Stufe 8 |
301.00 |
333.00 |
122.05 |
178.95 |
210.95 |
358.00 |
* HT Kt. = Zulässige Höchsttarife (vom Kanton festgesetzt) |
||||||
MitarbeiterInnen
Der Voranschlag umfasste für das ganze Jahr 2009 total 42.85 Stellen.
Der Stellenplan gliederte sich wie folgt :
Bereich |
Anzahl Stellen |
Anzahl Mitarbeiter |
Veränderung |
Verwaltung |
2.05 |
3 |
+/- 0.0 |
Verpflegung |
7.40 |
14 |
+ 0.6 |
Hausdienst/Wäscherei |
3.80 |
7 |
+ 0.3 |
Pflegedienst Altersheim |
11.80 |
17 |
- 0.2 |
Pflegewohnung Lotzwil |
6.80 |
12 |
- 0.3 |
Pflegewohngruppe Zelgli |
7.00 |
11 |
+/- 0.0 |
Nachtwachen |
4.00 |
19 |
+/- 0.0 |
Total |
42.85 |
83 |
+ 0.4 |
Der Stellenplan konnte weitgehend eingehalten werden. Lediglich im Bereich Verpflegung erfolgte eine geringe Anpassung dank zusätzlicher Mahlzeitenlieferungen an die Behindertenwerksatt in Madiswil. Nach der Eröffnung des Wohnheimes für Behinderte im Vorjahr wurden nun auch am Wochenende Mahlzeiten geliefert.
Die Fluktuation war im Berichtsjahr etwas höher als im Vorjahr, sie kann mit unter 10% aber immer noch als gering bezeichnet werden.
Mehrere Mitarbeiterinnen haben externe Weiterbildungen besucht. Für alle Mitarbeiterinnen im Pflege- und Nachtdienst wurde heimintern ein Aufbaukurs in Kinästhetik durchgeführt. Wir sind stolz, dass unser gesamtes Pflegepersonal einen guten Ausbildungsstand in Kinästhetik und Validation aufweist.
Alterswohnungen
Unsere 9 Alterswohnungen waren lückenlos belegt.
Mieter der Alterswohnungen machen regen Gebrauch von den Dienstleistungen des Heimes. Vermehrt wurden auch die Notrufmöglichkeit und die Belegung des Ferienbettes beansprucht. Natürlich sind nach wie vor der offene Mittagstisch und die Teilnahme an Anlässen und Aktivitäten sehr beliebt.
Dankeschön
Allen Angehörigen, den Behörden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den freiwilligen Helferinnen und Helfern bis hin zu den Spendern und den Vereinen, kurz allen die sich im vergangenen Jahr für das Wohl unserer Heimbewohner eingesetzt haben, danke ich ganz herzlich! Ihr Einsatz und die grosse Unterstützung sind für das Gelingen im Heimalltag unabdingbar.
Ich bin überzeugt, dass die Lebensqualität unserer Heimbewohner wesentlich von einer harmonisch funktionierenden Umgebung profitiert.
Christian Zaugg
Eidg. dipl. Heimleiter